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Rolle der Arbeit

Zeitschrift SOZIOkultur 4-2017 erschienen

Nach Gänsebraten und Silvesterböllern geht es dieser Tage wieder los mit der Arbeit - inklusive Montagsstau, Termindruck und Zeitmangel. Alles beim Alten? Mitnichten. Die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur fragt, wie sich die Rolle der Arbeit im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung ändert und was das für die Soziokultur bedeutet.

Die eigenen Handlungsspielräume für eine Zukunft zu nutzen, in der es nicht zuerst um Wachstum und Effizienz, sondern um Glück und Enkeltauglichkeit geht, dafür wirbt der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer. Mit seiner Stiftung FUTURZWEI zeigt und fördert er alternative Lebensstile und Wirtschaftsformen.
Das Projekt „Mein Grundeinkommen“ wurde von Michael Bohmeyer initiiert. Es lässt Menschen per Crowdfunding ein Jahr lang monatlich 1.000 Euro zukommen. An sich selbst und anderen hat Bohmeyer  erfahren, dass sich mit der Bedingungslosigkeit des Einkommens die inneren Werte ändern.
Der Zeitforscher Ivo Muri entstammt einer Unternehmerfamilie, die Kirchturmuhren und Glockenantriebe herstellt. Der Gründer der ZEIT AG fragt, ob eine Arbeitswelt denkbar ist, in der alle Menschen aus Freude ihr Talent ausleben dürfen, ohne dabei verarmen zu müssen, denn gerade Kreative wählen oft das sinnstiftende Leben und verzichten auf Geld.
Der Wissenschaftler Johannes Daniel Dahm tritt für einen kulturellen und ökologischen Wandel ein und fordert eine Revolution des Geistes. Er sucht nach Ansätzen und Perspektiven einer Tätigkeitsgesellschaft, in der sich Erwerbs- und Subsistenzwirtschaft produktiv ergänzen.

Mit der Umsetzung eines sich ändernden Arbeitsbegriffs hat die Soziokultur seit Langem Erfahrung; flexible Arbeitsmodelle sind Alltag in den soziokulturellen Zentren. Das zeigt auch das Porträt aus Sachsen-Anhalt: Dem Kabarettisten Lars Johansen liegen die Menschen und die Gemeinschaft, die sie bilden, am Herzen. In seiner Heimatstadt Magdeburg treffen Fragen von Arbeit und Armut wie in einem Brennglas aufeinander. Johansen engagiert sich im Moritzhof, einer kulturellen Oase im sozialen Brennpunkt Magdeburg-Neustadt, Anlaufpunkt für 40.000 Besucher*innen jährlich. Viele Ehrenamtliche, FSJler und BuFDis halten den Betrieb aufrecht – und zwei Festangestellte, die wöchentlich 60 Stunden arbeiten und 30 bezahlt bekommen. Sie fragen lieber nicht danach, wie ihre Rente aussehen wird ...
Doch trotz der oft unzulänglichen Bedingungen beinhaltet die Arbeit in der Soziokultur einen großen Glücksfaktor: Menschen vernetzen, Kreativität entfalten, Inhalte bestimmen. Das machen auch die Statements von Aktiven aus anderen Zentren deutlich. „Im Prinzip ein Traumjob“, so Jochen Molck vom zakk in Düsseldorf.

Das und noch mehr lesen Sie in der aktuellen SOZIOkultur. Erhältlich im Shop auf www.soziokultur.de.
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